Sächsische Zeitung 02.09.2004 |
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Rammenau wartet auf Hanks und HollywoodBarockschloss ist derweil Kulisse für einen deutschen Dokumentarfilm über Dean ReedTom Hanks kommt nach Sachsen, ins Barockschloss Rammenau. Das ist ziemlich sicher. Der Hollywood-Star hat sich zwar noch nicht angemeldet bei Roswitha Förster, der Schlossdirektorin. Aber seine Pläne kennt sie längst aus der Zeitung. Hanks will das Leben des Sängers und Schauspielers Dean Reed verfilmen und selbst die Hauptrolle spielen. So wird er auch auf Rammenau stoßen. Schließlich hat Reed dort geheiratet. Deswegen rechnet die Schlossherrin damit, dass sich irgendwann jemand aus Hollywood meldet. Aber verrückt macht sie sich deswegen nicht: "Wir lassen das an uns rankommen." Es ist ja keine Seltenheit, dass im Schloss gefilmt wird. Gerade war Leopold Grün da, ein freischaffender Regisseur aus Berlin. Auch der dreht einen Film über Reed, dessen rätselhafter Tod 1986 erst vor kurzem als Selbstmord aufgeklärt wurde. Grüns Streifen "Dean Reed - Leben eines Amerikaners in der DDR" soll die ungewöhnliche Karriere des politisch engagierten Amerikaners beschreiben, der 1972 freiwillig in den Osten ging. Der Regisseur aus Berlin war mit Celino Bleiweiß in Rammenau. Auch Bleiweiß ist ein Filmemacher. Der hat mit Reed den Defa-Spielfilm "Aus dem Leben eines Taugenichts" gedreht und in Rammenau über seine Erinnerungen gesprochen. Klar weiß Grün, dass Hanks einen Film über Reed drehen will. Das bekommt er manchmal deutlich zu spüren. "Tom Hanks hat Renate Blume gesperrt", sagt er. Der Hollywood-Star sicherte sich frühzeitig die Rechte. So kann Grün zunächst nicht mit der Witwe und Schauspielerin sprechen. "Wir werden versuchen, Kontakt aufzunehmen zu Tom Hanks", sagt Grün. "Die werden natürlich auch von uns wissen", vermutet er. Wiederum soll das Hanks-Projekt auch in seinem Film eine Rolle spielen. Dass beide an derselben Story arbeiten, ist Zufall, sagt Grün. Er plant einen Dokumentarfilm, der spätestens 2006 ins Kino soll. Die Finanzierung ist jedoch noch nicht gesichert. Zwar bekommt Grün eine Filmförderung von Berlin und Brandenburg. "Aber wir brauchen wesentlich mehr Fördertöpfe", sagt er. Und zu Hanks: "Der hat natürlich mehr Geld." Der Hollywood-Star ist gerade beim Filmfestival in Venedig. Mit einem Abstecher nach Sachsen rechnet in Rammenau noch niemand. "Die kommen sicher erst, wenn sie das Drehbuch haben", sagt Roswitha Förster und sieht's gelassen: "Wir machen uns da nicht heiß." Von Silvia Stengel |
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www.DeanReed.de
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